Shabbat Shalom

Wenn meine jüdischen Freunde ihre Woche beschließen, fängt für sie der Shabbat am Freitagabend um 18 Uhr an.

Ich war schon öfters in Israel und besonders in Jerusalem kann man sehr gut beobachten, wie das Leben sich auf den Shabbat ausrichtet. Bis zum späten Nachmittag herrscht ein heftiges Treiben in den Gassen des Basars in der Altstadt. Ab 17 Uhr ebbt es ab und um 18 Uhr wirkt das jüdische Viertel und die Stadt wie ausgestorben. Die Menschen pilgern zur Klagemauer, feiern ihren Gottesdienst und sprechen ihre Gebete.

Anschließend gehen sie in die Familien und begrüßen mit einer Liturgie des Shabbat die Königin Shabbat. Es kehrt Ruhe ein.Selbst die Straßenbahn in Jerusalem verkehrt am Shabbat nicht, auch die Kaffeemaschine und der Lift im Hotel fahren an diesem Ruhetag nicht.

Erst am Abend, wenn sich der erste Stern am Himmel zeigt, endet der Shabbat mit einer eigenen Liturgie. Der Alltag und das geschäftige Treiben in der Stadt beginnen wieder. Berührt stehe ich daneben und empfinde eine Art Sehnsucht nach so einer geschenkten Ruhe.Denn Gott hat zum Beginn der Schöpfung uns diesen Shabbat, diesen Ruhetag geschenkt. Er selber ruhte von allen seinen Werken.

Und dieser Shabbat ist gleichzeitig der erste Tag der Woche. Denn bekanntlich liegt in der Ruhe die Kraft für alles Tun. Für uns Christen ist der Sonntag der erste Tag der Woche, mit ihm beginnt die neue Woche. Auch er ist ein Tag der geschenkten Ruhe. Vielleicht könnte es wieder oder grad in dieser besonderen Zeit es dran sein, diesen Ruhetag zu feiern, zu gestalten und das Leben zur Ruhe kommen lassen.

Shabbat Shalom, der Gruß zum Feiertag. Einen befriedeten Sonntag, wünsche ich dir.

Credits
Bild von Ri Butov auf Pixabay

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