Seelenruhe

Seelenruhe findet man nicht zwischen Tür und Angel.

Diesen Satz las ich in einer Zeitschrift über das schöne Land. Weihnachtsausgabe. Schöne harmonische Bilder laden ein zum Verweilen, zum Innehalten. Sehnsüchte steigen hoch. Das möchte ich auch. Diese Heimeligkeit in den Wohnungen, diese Behaglichkeit, das gelingende Rezept, die schöne Dekoration.

Doch mein Alltagsleben – besonders vor der Advents- und Weihnachtszeit ist mit anderen Worten dekoriert. Hektik und Stress, Termindruck und übervoller Kalender. Die Plätzchen verwandeln sich binnen Minuten in Kohlenstoff, der Adventskranz fängt schon vor dem 4. Advent an, sich in seine Bestandteile zu zerlegen. Die Dekoration will nicht so wie ich es will… Dazu soll und muss ich noch dies und das tun…

Kennst du das?

Und dann wünscht man sich eine gewisse Seelenruhe. Ein Runterkommen und Aussteigen, ein Anhalten und bei sich sein. So ganz und gar. Es hat schon seine Berechtigung dieser Satz mit seiner Aussage. Seelenruhe gibt es nicht zwischen Tür und Angel, nicht zwischen Terminen, nicht in einem übervollen Lebenskarussell. Das gibt es nur, wenn man langsam geht, sich Zeit lässt und sich wieder orientiert, was ist dran und wo geht es lang.

Seelenruhe, das ist nicht ein frommer Wunsch, sondern eine Erfahrung von Menschen, lange vor unserer Zeit.

Da schreibt der Psalmbeter in Psalm 42 und 43 genau das sowas sein Wunsch ist. Seelenruhe. Er stellt fest was seine Seele grad in ihm macht:

Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Psalm 42, 5

Er spürt was von der inneren Unruhe, spürt das es nicht gut für ihn ist. Aber er hat auch eine Lösung für sich gefunden. Harre auf Gott, richte dich wieder auf den aus, der außerhalb deiner Denke und Seins ist. Richte dich nachdem, der deine Seele ruhig machen kann wieder aus. Fokussierung nennt man das neudeutsch, Achtsam sein, nicht nur ein Modetrend, sondern eine Entscheidung. Zum Entschleunigen der hohen Taktfrequenz.

Ich wünsche dir heute eine Seelenruhe, in dem du dich wieder auf das Wesentliche fokussierst, auf das was grad für dich dran ist. Halte inne, atme durch und nimm wahr, was deine Seele gerade fühlt, was sie braucht und was sie dir sagen will.

Seelenruhe, heißt horchsam sein auf das Flüstern der eigenen Seele und ihr ein guter Freund sein, der pfleglich mit ihr umgeht.

Photo by Max Beck on Unsplash

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