Jahreszeiten – Lebenszeiten

Wie schön ist doch der Herbst? Oder doch eher der Frühling? Ist der Sommer das Nonplusultra oder der Winter? Wer will sich hier entscheiden. Gut, dass wir sie alle vier haben, die Jahreszeiten und jede hat ihren eigenen Charme, ihren Reiz, ihre Vorzüge und ihre Plage.

Der Frühling

Nach der Winterpause ist alles am Erwachen, die Tage werden länger, die Vögel kommen aus dem Winterquartier, beginnen ihr Lied fröhlich zu singen. Die Luft erwärmt sich und das Leben sprießt förmlich aus allen Löchern. Die Farbenbracht entfaltet sich und wird zu einem Farbenrausch. Die Nase kommt kaum hinterher die vielen Düfte zu erschnuppern. Ich genieße ihn sehr, den Frühling, den Beginn des neuen Lebens.

So ist es auch im richtigen Leben. Das Leben eines Menschen beginnt, zart, klein, unverbraucht. Stauenden stehen wir da und betrachten das Wunder des Lebens. Und der kleine Mensch entdeckt die Welt, kommt mit ihr in Berührung, geht auf Entdeckertour, neugierig werden Wege beschritten.

Der Sommer

Das Thermometer steigt, es kann nicht nur warm sein und werden, auch heiß, schwül, drückend, unerträglich. Das kühle Nass lädt ein zum Verweilen, der Biergarten zum Genießen. Da Abendessen wird schon mal draußen genossen, wie auch das Frühstück. Begleiterscheinungen wie Stechmücken und Wespen werden ignoriert. Der Reichtum an Beeren im Garten zeigt sich, die Erdbeeren schein im satten Grün, die Blumenpracht ist gigantisch. Das Leben scheint auf dem Höhepunkt zu sein.

Wie auch im richtigen Leben. Mitten im Leben steht der Mensch, voller Schaffenskraft und Motivation neues zu wagen. Nichts kann ihn aufhalten. Da wird investiert und probiert, da wird geliebt und sich mit Gefühlen nur so umgeben. Ewig könnte das Leben so weitergehen.

Der Herbst

Die Tage werden wieder kürzer, das laue Abendlüftchen kann schon mal empfindlich kalt werden. Gerne geht man wieder in die Stube, das Feuer im Kamin darf auch gerne mal brennen. Das Obst im Garten und auf den Felden ist fertig. Erntezeit, was hat es gebracht das Jahr? Wird es reichen oder gehen wir leer aus? Sind wir überreich beschenkt oder kann es gut verarbeitet werden. Im Garten werden die ersten Abräumarbeiten gemacht, Sträucher geschnitten, der Sommerflor ausgerissen. Abgeerntet Pflanzen ausgerissen und auf den Kompost gebracht.

Wie auch im richtigen Leben. Zieht der Herbst im Leben ein, geht es langsamer. Man überdenkt das Leben, was war? Was wird die Ernte des Lebens sein? Gab und gibt es Lebensfrucht oder ist alles nur dahin? Was bleibt von mir übrig, wenn die letzten Blätter fallen? Wenn der Herbst in den Winter übergeht?

Der Winter

Die Stille Zeit beginnt. Das Leben fährt runter. Die Bäume stehen nackt da, die letzten Blätter verschwinden unter der Schneedecke. Die Uhren ticken langsamer. Es ist kalt geworden und man schätzt die Wärme der Stube sehr. Und dann kommen die Festtage im Kalender. Zuerst verabschieden wir das Jahr, machen das eigene Ende bewusst und feiern den Anfang des Kirchenjahres mit dem ersten Advent. Dann kommt Weihnachten und das Haus wird geschmückt, mitten im kalten Winter. Ein Fest beginnt.

Wie auch im richtigen Leben. Das Leben ist ausgehaucht, das Grab ist geschlossen. Die Erinnerung bleibt. Manches wird am Leben erhalten von einem lieben Menschen, manches verblasst und wird vergessen. Doch für diejenigen die es mit dem Jesus halten, für die beginnt ein Fest des Lebens.

Denn er selber lädt sie ein in seiner Ewigkeit mit ihm das Leben zu feiern. Was für Aussichten.
Das Lehren mich die Jahreszeiten jedes Jahr aufs Neue. Alles hat seine Zeit, doch Gottes Liebe bleibt in Ewigkeit.

Bild von Comfreak auf Pixabay

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